12/02/2014
Für die Ausländer ...
(Ich erlaube mir einmal einen ganz kleinen Abschnitt aus meinem Lebensbericht hierher zu kopieren.)
Ganz in der Nähe meiner Praxis ist eine Ampel. Und erst vor sehr kurzer Zeit scheint es in unserem Ort "Mode" geworden zu sein, Orts- und Straßenschildern Umschreibungen in lateinischen Buchstaben hinzuzufügen. Für Japaner sind diese natürlich völlig überflüssig (und manchmal bestimmt auch unverständlich), so dass sich diese Kennzeichnung speziell an Ausländer (Touristen) wendet. Ich möchte gern glauben, dass diese Bemühungen dazu gedacht sind, den Ausländern dabei zu helfen, sich zurecht zu finden.
Dies ist aber mit Problemen behaftet!
Zum Beispiel: 「葉山元町」 wie es an der Ampel steht, wird "Hayamamotomachi" geschrieben.
Obwohl dies eine gewöhnliche japanische Ortsbezeichnung ist, wird diese von ALLEN Japanern als aus zwei Teilen bestehend verstanden: Hayama = der Ortsname und Motomachi = was etwa mit Ortsmitte übersetzt werden könnte.
Aber wie verhält es sich für Ausländer, die auf die lateinische Darstellung angewiesen sind? Nehmen wir einmal an, dass es sich um Menschen handelt, die kein Japanisch verstehen und diesen merkwürdigen Begriff "Hayamamotomachi" im Wörterbuch nachschlagen wollen. Wo soll der nun getrennt werden, damit man nach den einzelnen Komponenten suchen kann?
Haya mamoto machi?
Hayamamo tomachi?
Ha ya motoma chi? ...
Für die besagten Ausländer haben alle Schreibarten die gleiche Bedeutung: gar keine!!!
Dann wäre es nach meinem Verständnis doch nur sinnvoll, die lateinischen Buchstaben genauso anzuordnen, wie Japaner den Begriff verstehen, nämlich:
"Hayama Motomachi"
"Hayama" = Ortsname, erscheint auf Landkarten
"Motomachi" = Nomen, kann im Wörterbuch nachgeschlagen werden.
In Lehrbüchern für Ausländer, die noch nicht japanische Schrift lesen können, werden einfache Sätze wie: "Dies ist ein Tisch" ja auch nicht zusammenhängend geschrieben!!! Wie: "Korewaookiteburudesu."
oder: "Kyowaiiotenkidesukaraosanponidekakemasu." (Lass uns einen Spaziergang machen, weil Heute so schönes Wetter ist.)
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Umschreibung
Müde?
Wie wärs denn einmal mit dem Tee, der sonst für die Teezeremonie verwendet wird (Matcha)? Teezeremonie ... das muss nicht unbedingt eine unwahrscheinlich aufwendige Angelegenheit für reiche Leute sein.
Das Bild ist 30 Jahre oder so alt. Damals habe ich Teezeremonie gemacht, weil es mir Spass gemacht hat und nicht irgendwelcher Lizenzen wegen. Aus diversen Gründen komme ich Heute kaum noch dazu (oder bin einfach zu faul).
Aber wenn man einmal richtig müde ist und trotzdem unbedingt wach bleiben muss (keine besonders gesunde Sache!), dann ist der grüne Pulvertee jedenfalls meiner eigenen Erfahrung nach wirksamer als Kaffee, ohne dabei den Magen so zu belasten. Alles was man dazu braucht: eine Schale um den Tee "anzurühren" und einen "Chasen" = eine Art Schneebesen aus Bambus, um den Tee schaumig zu schlagen. Diese finden sich im Bild unter dem roten Pfeil. Ich könnte mir vorstellen, dass es so etwas Heute auch in Deutschland zu kaufen gibt. Alles andere ist Luxus und auch nicht wirklich wichtig. Bei der Schale brauch es sich auch nicht unbedingt um eine "richtige" Teeschale handeln. (Auf dem Bild links unten sieht man den Deckel von einem ganz gewöhnlichen Wasserkessel (aus Aluminium!) den ich da verwendet habe.)
Warmes Wasser + Tee + anrühren = 30 Sekunden. Geht sogar schneller als Kaffee machen.
Vielleicht einmal probieren, wenn man das nächste Mal die Nacht durcharbeiten muss.
Wer die Zeit, das Geld und die Utensilien für mehr Aufwand hat ... umso besser.
Das Bild ist 30 Jahre oder so alt. Damals habe ich Teezeremonie gemacht, weil es mir Spass gemacht hat und nicht irgendwelcher Lizenzen wegen. Aus diversen Gründen komme ich Heute kaum noch dazu (oder bin einfach zu faul).
Aber wenn man einmal richtig müde ist und trotzdem unbedingt wach bleiben muss (keine besonders gesunde Sache!), dann ist der grüne Pulvertee jedenfalls meiner eigenen Erfahrung nach wirksamer als Kaffee, ohne dabei den Magen so zu belasten. Alles was man dazu braucht: eine Schale um den Tee "anzurühren" und einen "Chasen" = eine Art Schneebesen aus Bambus, um den Tee schaumig zu schlagen. Diese finden sich im Bild unter dem roten Pfeil. Ich könnte mir vorstellen, dass es so etwas Heute auch in Deutschland zu kaufen gibt. Alles andere ist Luxus und auch nicht wirklich wichtig. Bei der Schale brauch es sich auch nicht unbedingt um eine "richtige" Teeschale handeln. (Auf dem Bild links unten sieht man den Deckel von einem ganz gewöhnlichen Wasserkessel (aus Aluminium!) den ich da verwendet habe.)
Warmes Wasser + Tee + anrühren = 30 Sekunden. Geht sogar schneller als Kaffee machen.
Vielleicht einmal probieren, wenn man das nächste Mal die Nacht durcharbeiten muss.
Wer die Zeit, das Geld und die Utensilien für mehr Aufwand hat ... umso besser.
Pflege der Wächter
Neulich habe ich kurz ein "Torii" genannt - eine Art Eingangstor oder Bogen für Schreinen. So ein Tor markiert nicht nur einfach einen Eingang, wie eine Zimmertür, sondern auch mit "magischen" Kräften ausgestattet, welche böse Geister und dergleichen fern halten.
Hinter dem Torii und meist kurz vor dem eigentlichen Schrein findet sich of ein PAAR "Komainu" - eine Art fiktiver Löwen. Paar: einer hat das Maul offen, der andere geschlossen. Bei dieser Art von Löwen wird deren Wächterfunktion schon wesentlich deutlicher als bei dem Torii.
Aber auch diese Wächter brauchen liebevolle Zuneigung. Leute aus der Umgebung binden diesen Löwen (und auch anderen Schutzgottheiten aus Stein, die man anderswo findet) rote Tücher um, damit ihnen nicht kalt wird (das Bild habe ich im Winter aufgenommen) oder sie sich sogar erklälten. Der Schmuck um den linken Fuss herum ist etwas, was Kinder in der Grundschule gern machen.
Im mitunter supermodernen, rationalen Japan weiss man natürlich, dass eine Steinfigur keine herzerwärmende Zuneigung braucht, aber darum geht es ja auch gar nicht ...
Schrein,Torii,Löwe,komainu,Wächter,Schmuck
Hinter dem Torii und meist kurz vor dem eigentlichen Schrein findet sich of ein PAAR "Komainu" - eine Art fiktiver Löwen. Paar: einer hat das Maul offen, der andere geschlossen. Bei dieser Art von Löwen wird deren Wächterfunktion schon wesentlich deutlicher als bei dem Torii.
Aber auch diese Wächter brauchen liebevolle Zuneigung. Leute aus der Umgebung binden diesen Löwen (und auch anderen Schutzgottheiten aus Stein, die man anderswo findet) rote Tücher um, damit ihnen nicht kalt wird (das Bild habe ich im Winter aufgenommen) oder sie sich sogar erklälten. Der Schmuck um den linken Fuss herum ist etwas, was Kinder in der Grundschule gern machen.
Im mitunter supermodernen, rationalen Japan weiss man natürlich, dass eine Steinfigur keine herzerwärmende Zuneigung braucht, aber darum geht es ja auch gar nicht ...
Schrein,Torii,Löwe,komainu,Wächter,Schmuck
Kinderreichtum
Wenn man hierzulande Besuche in Schreinen (shintoistisch) und Tempeln (buddhisitisch) macht, kann man dort um alles mögliche bitten / beten. Viele Menschen (nicht nur in Japan) suchen schließlich den Schutz der Götter. Neben Bitte um Sicherheit im Haushalt und Verkehr, sind Kinderwunsch und sichere Geburt populäre Themen. Man kann zwar auch in aller Stille sein Haupt neigen und für sich allein beten (bitten), man kann sich aber auch einen entsprechenden Talisman kaufen und diesen bei Bedarf (und gegen Gebührt) mit zusätzlichem Zauber "bebeten" lassen.
Hier ein Bild eines kleinen "Nebenschreins" neben dem Hauptschrein, wo man traditionsgemäß seinen Kinderwunsch vorträgt und um "Kinderreichtum" betet. Auf dem Schild links dem Opferkasten steht, dass man sich im Hauptschrein einen entsprechenden Talisman besorgen soll sich dann einen der runden Steine links nehmen kann. Der Stein in Verbindung mit dem Taliman soll dann durch tägliche Verehrung zu Kinderreichtum führen.
Nachtrag: eine shintoistische Gottheit kann alles Mögliche sein; unter anderem zum Beispiel auch ein Baum oder ein Stein. Die Steine, die dort liegen, sind also keine gewöhnlichen Steine!
Hier ein Bild eines kleinen "Nebenschreins" neben dem Hauptschrein, wo man traditionsgemäß seinen Kinderwunsch vorträgt und um "Kinderreichtum" betet. Auf dem Schild links dem Opferkasten steht, dass man sich im Hauptschrein einen entsprechenden Talisman besorgen soll sich dann einen der runden Steine links nehmen kann. Der Stein in Verbindung mit dem Taliman soll dann durch tägliche Verehrung zu Kinderreichtum führen.
Nachtrag: eine shintoistische Gottheit kann alles Mögliche sein; unter anderem zum Beispiel auch ein Baum oder ein Stein. Die Steine, die dort liegen, sind also keine gewöhnlichen Steine!
Moxibustion
Schon einmal etwas von "Moxibustion" gehört? Die Ausführung dieser Behandlungsform betreffend wird im Rechtschreibe Duden sogar ein eingedeutschtes Verb aufgeführt: "moxen". (Die Wortbildung geht auf eine Verbindung des japanischen Wortes "moxa" = das Material + "combustion" zurück)
Hier handelt es sich um eine Behandlungsform, gewöhnlich mit Akupunktur gekoppelt, bei der aus Beifuß gewonnenes Fasermaterial zu therapeutischen Zwecken auf der Haut verbrannt wird. Als in Japan praktizierender Akupunkteur ist dies für MICH immer die erste Therapiewahl, wenn es mir einmal schlecht gehen sollte.
Das Bild zeigt meinen zweiten Sohn mit ca. 18 Monaten (der junge Mann ist inzwischen 27!) bei der Behandlung (ich hatte damals auch noch farbige Haare). Nicht dass er durch drei Leute mit Gewalt festgehalten wird. Er hat sich eher freiwillig gemeldet.
Ich habe meine vier Kinder ALLE am Tag ihrer Geburt (!) das erste Mal mit Moxibustion behandelt. Etwas, was mit den feinfühligen Techniken der japanischen Akupunktu/Moxibustion keinerlei Probleme mit sich bringt. Diese wiederum ist einer der vielen Gründe, warum ich persönlich davon überzeugt bin, dass JAPANISCHE Akupunktur wesentlich besser für die meisten Menschen der Welt geeignet ist, als die chinesiche Variante. Einen entsprechenden, von mir verfassten "Erfahrungsbericht" habe ich als E-Buch veröffentlicht. Dies ist bei Amazon und via Smashwords.com auch auf allen großen Verteilern für E-Bücher erhältlich.
(Da es sich dort nicht "verkauft", biete ich es auf meiner Webseite auch 'kostenlos' an: http://www.einklang.com/Books.htm)
Labels:
Akupunktur,
Beifuss,
Duden,
moxa,
Moxibustion,
Rechtschreibung,
verb
11/30/2014
Godzilla
Hier in Japan werden wie in Deutschland Gräber mit Grabsteinen versehen. Andere Einzelheiten hinsichtlich Tod, Bestattung, Gräber etc. sind mitunter sehr verschieden, aber darüber möchte ich mich hier nicht auslassen.
Diese Grabsteine werden wie in Deutschland von dafür spezialisierten Geschäften angeboten.
Das Bild zeigt den Eingang zu einem solchen Geschäft. Im Vordergrund sind noch unbeschriftete gewöhnliche Grabsteine zu sehen. Im Hintergrund steht Godzilla ...
Da ich mich gewundert habe, ob diese Figur irgendwann einmal ein Grab zieren wird, habe ich einmal in dem Geschäft nachgefragt.
Nein, hieß es, dies sei nur zur Verzierung.
Kein Durchgang - noch einmal
Im Prinzip stellt ein Stück Bambus quer über eine Weg oder zwischen zwei Zaunabschnitte für alle Japaner und alle diejenigen, die sich etwas mit Japan auskennen, ein unüberwindliches Hindernis dar.
Die Bambusstange hier im Bild repräsentiert eine buchstäblich "unüberschreitbare" Grenze zwischen dem öffentlichen Tempelbereich im Vordergrund und die Privatspäre (des Priesters) im Hintergrund.
Es gibt immer wieder "Ausländer", die dieses Hindernis nicht sehen können - was ja auch nicht verwunderlich ist.
Also, bei Aufenthalt in Japan: ein solches Stück Bambus bedeutet KEIN DURCHGANG.
Die Bambusstange hier im Bild repräsentiert eine buchstäblich "unüberschreitbare" Grenze zwischen dem öffentlichen Tempelbereich im Vordergrund und die Privatspäre (des Priesters) im Hintergrund.
Es gibt immer wieder "Ausländer", die dieses Hindernis nicht sehen können - was ja auch nicht verwunderlich ist.
Also, bei Aufenthalt in Japan: ein solches Stück Bambus bedeutet KEIN DURCHGANG.
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